#ZP2017: Europe's most innovative trade fair for HR

Montag, 09.10.2017

Am heutigen Dienstag, den 19. September 2017 eröffnete Prof. Dr. Tobias Kollmann vom Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship am Campus Essen die Zukunft Personal unter dem Solgan Work:olution - moving minds in ihrer 18. Auflage in Köln.

Nachdem die Sieger des HR Innovation Awards 2017 bekannt gegeben wurden, präsentierte Prof. Kollmann den derzeitigen Stand der Digitalisierung in deutschen Unternehmen und gab innovative Ratschläge, wie die Digitale Revolution, ein Deutschland 4.0, erfolgreich umzusetzen ist, obwohl Deutschland den Digitalen Wandel regelrecht verschlafen hat.

„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers." (Gustav Mahler)

Die Message der Keynote war klar: Deutschland muss umdenken. "Digitalisierung bedeutet Veränderung." stellte Prof. Kollmann klar. Der Angst vor dieser Veränderung verbunden mit den Widerständen müsse man sich stellen.

Aber wie gelingt nun die Digitale Transformation?

In diesem Zusammenhang sei eine berufsbegleitende Weiterbildung in Unternehmen von sehr großer Bedeutung. Digitales Know-how in den Unternehmen bedeute dabei nicht einen weiteren Ausbau der IT, sondern vielmehr den Aufbau digitaler Kompetenzen, also das Digitale Denken, wie Prof. Kollmann verdeutlichte.

Allerdings wäre es fatal, erst in den Unternehmen anzufangen, die Digitaliserung umzusetzen. Ansonsten würden die Digital Natives aus den Schulen und Hochschulen nur privat durch Smartphones und andere mobile Geräte mit Digitalisierung in Berührung treten. Prof. Kollmann verwies an dieser Stelle darauf, dass Digitalisierung momentan fast nur auf dem Schulhof und nicht im Klassenzimmer stattfinde. In einer Kategorie sei Deutschland hinsichtlich Digitalisierung in Schulen sogar führend, nämlich in der Kategorie des Widerstandes von Lehrern gegen eine Digitalisierung in den Schulen. Dies verdeutlicht, dass es sogenannten Digital Leaders, also denen, die Digitalisierung vorantreiben wollen, alles andere als einfach gemacht wird. Auch an den Hochschulen muss die Digitale Revolution voran getrieben werden: durch eine Implementierung des Moduls E-Entrepreneurship in den Hochschulen sorge man für Unternehmertum statt für Angestelltentum, wie Prof. Kollmann argumentierte. Essen geht in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel voran. Der Lehrstuhl von Prof. Kollmann bietet u. a. die Module E-Business und E-Entrepreneurship für Studierende an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an.

"Damals wussten wir, wo das Telefon ist und nicht umgekehrt." war auf einer Folie der Präsentation zu lesen. In Bezug auf die Digitalisierung als Basis von Geschäftsmodellen achte man in Deutschland besonders auf den Datenschutz. Auch wenn Datenschutz wichtig ist, sei es unabdingbar, die Digitalisierung auch endlich in Deutschland zu vollziehen. Ansonsten werde das Wirtschaftsland Deutschland irgendwann nicht mehr mit der Konkurrenz aus Amerika, Asien und Skandinavien mithalten können.

Digitalisierung bedeutet allerdings nicht nur Industrie 4.0, sondern u. a. auch die Implementierung von Breitband sowie eine Digitale Wirtschaft, in welcher Start-ups in Deutschland zwar vermehrt in den Markt eintreten, allerdings mehr Unterstützung seitens der etablierten Unternehmen in Form von Kooperationen sowie seitens des Staats benötigen, um mit amerikanischen und asiatischen Start-ups mithalten zu können. Prof. Kollmann fordert, dass ein Start-up dafür vielmehr nach einem Auftrag, statt nach Kapital fragen solle, wenn es auf etablierte Unternehmen zugeht.

Auch eine Erfolgsformel für die Digitalisierung lässt Prof. Kollmann nicht außen vor:

E-Entrepreneurship bzw. E-Intrapreneurship

= Transformationssystem Digitale Wirtschaft

Neben der Mitwirkung der öffentlichen Institutionen wie Schulen und Hochschulen sowie der Unternehmen der privaten Wirtschaft sei außerdem erforderlich, nach der Bundestagswahl ein Digitalministerium einzuführen. Denn auch die Politik müsse bei der Digitalen Transformation mitwirken. Als weitere Komponente spiele die Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Es brauche eine offene, neu denkende Gesellschaft mit Digitalen Köpfen, um Deutschland digital zu wandeln.

Mit den Worten "Digitalisierung (...) wir schaffen das (...) und zwar, weil wir es können." beendet Prof. Kollmann die erste Keynote der Zukunft Personal 2017.

Die Keynote war eine inspirierende und würdige Eröffnung für die Zukunft Personal 2017, Europas innovativster Messe für HR.

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