Bericht vom Digital HR & IOM Summit

Donnerstag, 29.09.2016

Der Einladung von Dr. Felser ins Digital Lab in Köln sind mein Kollege Tobias Mosch und ich gerne gefolgt. Nach einer kleinen Networking Runde standen auch schon zwei Fachvorträge auf dem Programm.

Der erste Vortrag wurde von Ursula Vranken – Gründerin des Instituts für Personalentwicklung und Arbeitsorganisation – gehalten. Ihr zufolge sei die Adaptionsgeschwindigkeit des menschlichen Gehirns wesentlich langsamer als die rasante technologische Entwicklung. Um diese Diskrepanz zu überwinden, könne HR in Zukunft als Brückenbauer zwischen digitaler Technologie und Personal fungieren. Daraufhin begann eine Diskussion, inwieweit ehemalige „Personaler“ für diese Rolle geeignet seien. In dieser Frage gingen die Meinungen weit auseinander. Die einen trauten HR einen „Turn Around“ zum „Digital-Human“ Architekten zu. Andere hielten spezielle Fachkräfte für diese Rolle wesentlich geeigneter. Einigkeit bestand jedoch darin, dass das Thema „People Management“ an sich – gerade durch die Digitalisierung – von immenser Bedeutung sei.

Der zweite Fachvortrag wurde von Harald Schirmer gehalten, der eine erfolgreiche digitale Transformation bei der Continental AG selbst initiierte und verantwortlich leitete. Zunächst berichtete er über die Einführung eines Intra Social Media Networks bei Continental, die von einer Umbenennung des Begriffs Human Resources in Human Relations begleitet wurde. Danach resümierte er, dass viele Unternehmen, gerade mal die erste Stufe der Digitalisierung erreicht hätten. Diese Stufe zeichnete sich dadurch aus, dass für Elemente der physischen Welt ein direktes Äquivalent in digitaler Form geschaffen sei. Eine Datenbank sei demnach nichts anderes als eine Repräsentation des physischen Aktenorders in digitaler Form. Schirmer verdeutlichte, dass auf dieser Stufe zwar Fortschritt bestehe, von einer digitalen Transformation jedoch nicht die Rede sein könne. Diese sei erst durch eine zweite Stufe der Digitalisierung erreicht, die sich vor allem in einer vernetzten Kommunikationsform und einer neuen Mentalität bzw. Kommunikationskultur widerspiegelte.

Nach den Fachvorträgen teilte sich das Plenum in drei Gruppen auf, die sich mit den Themen Big Data, Digital Leadership sowie Digitale Kompetenzen & New Learning auseinandersetzen. Die Themen wurden dann in einem Verfahren mit drei Schritten bearbeitet. Nach einer Skizzierung des Zielbildes wurde ein Transformationspfad entwickelt und zuletzt der persönliche Beitrag abgeleitet. Das Ergebnis waren ansprechende Schaubilder und eine Reihe neuer Erkenntnisse, die jede Gruppe dann kurz präsentierte.

digithr2Mit einem Finger Foods Buffet hatte das Digital HR Event seinen kulinarischen Ausklang. Für die meisten Teilnehmer, uns mit inbegriffen, stand dann der Standortwechsel vom Digital Lab zum IOM Summit im Kölner Mediapark an, der bei schönem Wetter auch zum kleinen Kölner Sightseeing genutzt wurde. Hier stand ein weiterer Fachvortrag zum Thema passende Organisationsform im Zeitalter der Digitalisierung an. Mit der sich anschließenden Abschlussdiskussion fand der Tag seinen gelungenen Abschluss.